Während dieser sechsmonatigen Sperre von Larry Gough setzte die IAFF diese „aus Rücksichtnahme auf Ihren Verein" für einen Tag (den 30. März 1967) aus, damit sein Verein als amtierender Irischer Meister im Degenfechten am Coupe d'Europe in Heidenheim teilnehmen konnte. Per Losentscheid musste Dublin gegen Ankara, Stockholm und Warschau antreten. Larry Gough gewann vier seiner Gefechte und steuerte damit 50 % der Siege von Irland bei. Er war beim Coupe d'Europe 1967 der erfolgreichste Fechter Irlands.
Nach Ablauf seiner sechsmonatigen Sperre war Larry Gough auf den nationalen und internationalen Fechtbahnen weiter erfolgreich unterwegs. Beim IV. Internationalen Turnier in Istanbul im November 1967 belegte er den 6. Platz.
Larry Gough erfüllte sämtliche, von der IAFF im Olympischen Jahr festgelegten Auswahlkriterien zur Nominierung für die Olympischen Spiele 1968 in Mexiko. Dennoch nominierte ihn das Auswahlkomitee der IAFF nicht für die Mannschaft.
Gough war überrascht und enttäuscht, dass er nicht als Vertreter seines Landes bei den Olympischen Spielen in Mexiko nominiert wurde. Nachdem er anschließend erfuhr, wer an seiner Stelle berufen wurde, beantragte er bei der IAFF umgehend die Veröffentlichung der Ergebnisse, auf deren Grundlage die Auswahl der vier benannten Fechter entschieden worden war. Sein Antrag wurde ignoriert.
Lawrence Gough suchte die Unterstützung des Olympic Council of Ireland (OCI) und wies darauf hin, dass alle Auswahlbeauftragten demselben Verein angehörten, er selbst bereits einige der nominierten Fechter in Wettkämpfen besiegt habe und er im Olympischen Jahr auf eine herausragende internationale Wettkampfbilanz verweisen könne. Doch gemäß der Satzung des OCI war es diesem untersagt, sich in die internen Angelegenheiten von internationalen Sportorganisationen einzumischen. Somit wurde sein Antrag auf Unterstützung abgelehnt.
Der bekannte irische Sportkommentator Jimmy Magee lud sowohl den IAFF-Vorsitzenden K. T. M. Robinson als auch Lawrence Gough zu einer Live-Diskussion bei Rádio Éireann ein, dem nationalen Radiosender von Irland. Der Vorsitzende beharrte auf seinem Standpunkt, dass die Entscheidung der Auswahlbeauftragten endgültig sei und niemand etwas daran ändern könne.
Am 25. August 1968 schrieb der Kolumnist Frank Ward in der Sunday Press:
EIN SPORT UNTER GENTLEMEN
[...] Es geschah folgendermaßen. Bei der Auswahl der irischen Mannschaft für die Olympischen Spiele in Mexiko wurde Laurence trotz seiner Aussage, einige der bereits nominierten Fechter besiegen zu können, nicht berücksichtigt. Er wies gegenüber dem Olympic Council nicht nur darauf hin, einige der Mannschaftsmitglieder besiegen zu können, sondern auch auf die Tatsache, dass einige dieser Mannschaftsmitglieder gleichzeitig auch AUSWAHLBEAUFTRAGTE SEIEN. [...] Schon der Gedanke, dass sich ein Auswahlbeauftragter selbst nominiert, ist gelinde gesagt ein starkes Stück.
(25.08.1968, Sunday Press)
Am 28. August 1968 veröffentlichte die Evening Press, eine der nationalen Tageszeitungen Irlands, einen Brief von Lawrence Gough, in dem dieser das Auswahlverfahren der irischen Fechtmannschaft für die XIX. Olympischen Spiele als eine in hohem Maße familien- und vereinslastige Angelegenheit bezeichnete:
Die I.A.F.F. hat vier Fechter ausgewählt, von denen zwei zu den Auswahlbeauftragten zählen [...]. Alle Auswahlbeauftragten sind Mitglieder von Salle Duffy, die anderen beiden sind Vincent Duffy (der Bruder des Eigentümers von Salle Duffy) und Frau S. Armstrong (Anm. d. Red.: die spätere Ehefrau von P. Duffy). Drei der vier ausgewählten Fechter sind Mitglieder von Salle Duffy, der vierte war dort acht Jahre Mitglied."
(28.08.1968, Evening Press)
Im August 1968 wurde Lawrence Gough im Alter von 19 Jahren aus der IAFF ausgeschlossen und seine FIE-Lizenz von der IAFF eingezogen. Er wurde lebenslang gesperrt. Ab diesem Zeitpunkt war Gough in Irland in allen Vereinen für das Training und weltweit für alle Wettkämpfe gesperrt.
Die Art und Weise dieses Ausschlusses war ein klarer Verstoß gegen Artikel VIII (Disziplin) der IAFF-Satzung.
Er erfuhr erstmals von seinem Ausschluss durch ein Schreiben des IAFF-Vorsitzenden K. T. M. Robinson vom 7. August 1968:
Sehr geehrter Herr Gough,
ich wurde gebeten, Ihnen mitzuteilen, dass Sie im Rahmen der am gestrigen Abend abgehaltenen Vorstandssitzung mit Wirkung ab dem heutigen Datum aufgrund eines ‚für die Interessen und den Charakter des Verbandes schädlichen Verhaltens' aus dem Verband ausgeschlossen wurden.
Hochachtungsvoll
IRISH AMATEUR FENCING FEDERATION
(Unterschrift K. T. M. Robinson) Vorsitzender
Die Maßnahme des IAFF-Vorstandes im August 1968 war eine Blaupause der Suspendierung von Gough im Februar 1967 und nichts anderes als eine komplette Farce.
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