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1971-1973: Internationale Unterstützung / Exil

Im Januar 1971 beantragte Lawrence Gough beim irischen Amateurfechtverband IAFF (Irish Amateur Fencing Federation) eine Lizenz des Internationalen Fechtverbands FIE (Fédération Internationale d'Escrime, Weltfechtverband). Als ein Staatsbürger Irlands war er für den Erhalt der FIE-Lizenz auf die IAFF angewiesen. Sein Antrag wurde ohne jegliche Begründung abgelehnt.

Gough suchte Unterstützung bei Charles Louis de Beaumont, Präsident des britischen Amateurfechtverbands AFA (Amateur Fencing Association - heute BFA - British Fencing Association), und Vizepräsident der FIE. Im Rahmen des Weltkongresses der FIE in Chicago im selben Jahr besprach Charles Louis de Beaumont den Fall Gough mit Pierre Ferri, dem Präsidenten der FIE. Da die Satzung der FIE ein Eingreifen in die internen Angelegenheiten der Nationalverbände untersagte, wurde beschlossen, diese Satzung auf dem nächsten Weltkongress in Nizza dahingehend zu ändern, dass der FIE eine Überprüfung der internen Arbeitsweisen der Nationalverbände ermöglicht würde.

Im April 1972 veranlasste Pierre Ferri als Präsident der FIE eine internationale Untersuchung des Gough-Falles und benannte Charles Louis de Beaumont zum Vorsitzenden des internationalen Untersuchungsausschusses.

Im Juni 1972 entschied der internationale Untersuchungsausschuss zugunsten von Lawrence Gough und forderte die IAFF auf, ihm eine FIE-Lizenz auszustellen. Die IAFF folgte dieser Aufforderung und stellte Gough eine FIE-Lizenz aus – gültig für nur 23 Tage anstatt für das gesamte Jahr 1972. Pierre Ferri reagierte auf diesen Affront, indem er persönlich Gough eine für das gesamte Jahr 1972 gültige FIE-Lizenz ausstellte.

Im Januar 1973 beantragte Gough bei der IAFF erneut eine FIE-Lizenz. Sein Antrag wurde, wie bereits 1971, ohne jegliche Begründung abgelehnt. Erneut wandte sich Gough an Pierre Ferri und bat um Unterstützung. Wie im Jahr zuvor stellte der Präsident des Weltverbands persönlich die FIE-Lizenz für 1973 aus. Nachdem die IAFF angedeutet hatte, es gäbe neues Beweismaterial gegen Lawrence Gough, beauftragte Pierre Ferri erneut einen internationalen Ausschuss mit der Untersuchung des Gough-Falles.

Charles Louis de Beaumont war Ende 1972 verstorben. Pierre Ferri beauftragte den neuen Präsidenten der damaligen AFA, J. Emrys Lloyd, mit der Durchführung der internationalen Untersuchung des Gough-Falles. Um einen langwierigen Austausch von Schriftstücken zu vermeiden, der sich über Jahre hätte hinziehen können, fand die Untersuchung diesmal in Dublin statt. J. Emrys Lloyd leitete dort im Juni 1973 den internationalen Untersuchungsausschuss, vor dem die IAFF und Lawrence Gough ihre jeweiligen Standpunkte vertraten. Noch am selben Abend fiel eine Entscheidung: die IAFF musste Lawrence Gough eine FIE-Lizenz für das Jahr 1973 ausstellen.

Gough erhielt zwar von der IAFF diese FIE-Lizenz, konnte aber trotzdem nicht in seiner Heimat Irland trainieren. Die wenigen Fechtvereine des Landes waren zu dieser Zeit abhängig von der IAFF und wagten es nicht, deren Einstellung und Verhaltensweise gegenüber Gough infrage zu stellen.

Damit er trainieren und fechten konnte, war Lawrence Gough, inzwischen 23 Jahre alt, mit allen Konsequenzen für sein Berufs- und Privatleben Ende Juli 1973 gezwungen, sein Heimatland zu verlassen. Er entschied sich für die Bundesrepublik Deutschland, einer der stärksten Fechtnationen der Welt. Er wurde Mitglied in einem deutschen Fechtverein und erhielt eine Fecht-Lizenz vom DFB (Deutscher Fechterbund). Aber Lawrence Gough behielt seinen irischen Pass und seine irische Staatsangehörigkeit.

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